Clubgeschichte

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Am Anfang war Friedel ein "Bat", also ein Member des "Bat MC, aus Schiefbahn. Es war Ende der Siebziger, Friedel und die anderen Bats trugen nietenbestückte Jeanswesten und es gab Frauen im Club - als Vollmember. Einigen männlichen Member war dies, neben einigen andern Punkten in der damaligen Satzung, nicht ganz recht.  Nach mehreren Gesprächen in den eigenen Reihen entschloss man sich zum Splitting. Ab da fuhr die Gruppe um Friedel unter Bat´s MC Willich und die anderen blieben "Schiefbahn". Doch auch dies wollte nicht gelingen. Der Bruch saß tiefer, die Gründe für die Trennung waren gewichtiger. Friedel und seine damaligen Mitstreiter trennten ihre Colours nach reiflicher Überlegung am 31. 12. 1980 von ihren Kutten.  Ein neuer Name schwebte noch keinem vor.  
Die sechs "Member" hatten sogar zuerst ein Colour. Ein Sensenmann, weiß auf schwarz.  Erst Ian Smith, britischer Freund der Namenlosen, trug zur Benennung bei.  Er deutete eines Tages auf ein Foto, im englischen Bikermagazin "lronhorse", das eine ähnliche Figur darstellte, wie die Jungs es schon seit Februar auf ihren Kutten trugen. "It's the devil's reaper!" meinte Ian. Das ist in England so in etwa der Knecht Ruprecht der Bösen Seite. Der Name war geboren und mit Ihm nach wenigen Wochen auch das dreiteilige Rückenpatch.

Die sechs Gründer waren unter der Führung  von Presi Harald nun ein MC. Wie damals auch für andere Clubs üblich unterhielt man kein Clubhaus, sondern traf sich in einer Kneipe. Die der Devil´s Reaper in Willich hieß "Asi-Kneipe". Hier hatten sie wenigstens ihre Ruhe. "Da konnte man auch schon mal vor den Tresen pinkeln, da sagte keiner was", grinst Friedel nun im Gespräch. Nomen est Omen. Diese Kneipe sollte nach drei Jahren Clubgeschichte noch einmal Ort einer wichtigen Handlung werden. Die Members hatten allmählich andere Ideale. Neue Hobbies und nicht zuletzt wieder die Frauen brachten den Trupp auseinander. Der Club löste sich immer weiter auf und zerbrach. Offiziell sollten die Devil´s Reaper in eben jener Asi-Kneipe von den eigenen Membern zugrunde gerichtet werden. Alkohol und gegenseitigem Anstacheln brachte die Jungs dazu, Pokale der Treffen zu zerschlagen, Fotos zu zerreißen und Urkunden zu zerstören. Nichts sollte mehr übrig bleiben. Nur Friedel wollte von seiner Clubidee nicht lassen.Er wusste, dass der Presi und die anderen einfach nicht genügend Talent und Arsch in der Hose hatten, um so'n Clubding durchzuziehen. Er hob die Pokalscherben auf, klaubte Reste der Clubgeschichte zusammen und ließ keinen an seine Kutte heran. Man ließ ihn gewähren und lachte ihn aus, als er hochernst sagte: "Meine Kutte soll mir vom Rücken faulen. Die ziehe ich so schnell nicht aus!"

Mit einem Kopf voller schwerer Gedanken und enttäuscht über die beschissene Einstellung seiner damaligen Brothers verließ er die Kneipe und den MC-Trümmerhaufen. Friedel fand sich damit ab, die kommende Saison alleine zu bestreiten. Er fuhr viel, machte neue Bekanntschaften und beobachtete genau, wie andere Clubs funktionierten- oder wie auch nicht.

Noch während er lernte wurden aktuelle Bekanntschaften zu gemeinsamen Fahrgruppen und Kumpels zu Freunden.Und noch als Friedel sich Gedanken machte, wer denn alles in einen MC passen würde, stellte er eines Tages fest, dass er bereits mit den richtigen Leuten zusammen war.


Gruppenfoto 1984

Inzwischen waren neue Nachbarn in die Clubszene hineingewachsen. Die Devil Ducks aus Willich beanspruchten den Ortsnamen nun für sich. Friedel hatte keine Probleme damit, insbesondere deshalb, weil außer ihm kein Reaper mehr aus Willich stammte. Also fügten sie den Bottom Rocker "Germany" hinzu. Dreiteilig war ihr Colour, vielschichtig ihre Freundschaften.

 
Kuttentaufe 1986

Wo andere Clubs ihre "forever"-Kürzel hochhalten, wählte Friedel inhaltlich aussagekräftig: BKF. das steht für Bekanntschaft, Kameradschaft, Freundschaft. Dies sind die drei Säulen, aus der sich eine Membership im Devils Reaper MC bestenfalls zusammensetzt. "Bekanntschaften kann jeder mit uns machen, der offen an uns herantritt und Interesse am Club und seinen Membern zeigt. Die Kameradschaft verlangt gegenseitiges Hilfe und Unterschützung, ohne jede Selbstsucht oder falschen Ehrgeiz, besser als ein anderer zu sein. Im besten Fall wird daraus Freundschaft. Sicher nicht zwischen allen Member im gleichen Maße, aber unter einzelnen garantiert. Ein guter Mix aus Freundschaften kameradschaftlichem Verhältnis ist das Rückgrat unseres Club. "Friedel nickt zu seinen Worten.

Angelehnt an BKF verläuft der Weg zum Member. In der Phase der Bekanntschaft versucht ein Hänger, mit dem MC und seinen Riten bekannt zu werden, seinen Platz zu finden. Es wird daraus die Phase der Kameradschaft, in deren Verlauf der Hänger nach frühestens sechs Monaten zum Probe wird. Nun erhält er nach freiwilliger Meldung einen Paten, über den er den Kontakt zum Club hält, auch wenn er selber verhindert sein sollte. Die Regel lautet, dass sich der Probe bei seinem Paten zu melden hat, regelmäßig und selbständig. Immerhin muss ihm etwas an Info und Kontakt gelegen sein, nicht umgekehrt sollte der Pate seiner Probe hinterher telefonieren müssen.


Noch während der Zeit der bewiesenen Kameradschaft wird der Club einen Probe zum Member ernennen. Die Taufe ändert im Laufe der Zeit ihr Gesicht und ihre Durchführungsform. Eins jedoch blieb: Der jeweils zuvor als letzter gewählte Member darf dem Neuling die linke vordere Ecker aus der Kutte trennen. Das soll das letzte Mal sein, dass jemand ungestraft Hand an die Kutte des Member legt. „je nach Art und Schärfe des Schneidwerkzeugs fällt das fehlende Stück schon mal größer aus“, lacht Tino und zeigt die fehlende Ecke an seiner Kutte. Na, ging ja gerade noch. Im laufe der Jahre sind die Veränderungen in der Szene auch nicht spurlos an der Reapern vorbeigegangen. Außer Friedel gibt es keine Gründungsmember mehr, auch nicht vom zweiten Anlauf. Immerhin beträgt die durchschnittliche Stehzeit der Member zur Zeit etwa acht Jahre , was auch nicht schlecht ist. Interessant das Durchschnittsalter, das mit über Mitte Vierzig recht hoch liegt.Dennoch wird viel Motorrad gefahren Touren führen teilweise recht weit, zwischen'87 und'99 besuchten die Reaper gerne den MCC"Ship-in-the-Hole" im Süden Englands.


Der Strafkolben
 

Dessen Feiern waren immer stilvoll, mit einem gehörigen Maß an GB-Attitude und Seefahrerromantik. Der Club benannte sich nach einer legende, die davon handelt, das ein Seeräuberschiff in Küstennähe in einem "Hole" einer Untiefe, untergegangen war und seine Besatzung noch heute allerlei ungeheure Dinge dort treiben soll.  Wie auch immer, die Reisen dorthin endeten, weil ein bekannter großer Club die "Ship-in-the-Hole" Ende '99 zumachte.

Kommen wir nochmal zum Thema Clubpolitik.
Der Devils Reaper MC sieht sich als Willicher Club, obwohl auch einige Leute des MC aus dem fernen Umfeld kommen. Doch die meisten Member sind aus den unmittelbar gelegen Nachbarstätten bzw. aus Willich selbst.
Chapter zu bilden hatten die Reaper nie vor. Die Freundschaft, die von den einzelnen Membern untereinander gelebt und gewünscht wird,
könnte nur schwer bei mehreren, evtl. weiter entfernten Chaptern standhalten.

Anders erging es dem MF Kohlscheid, der nach einer gelungenen Vorbereitung einer gemeinsamen England-Tour eng zum Freundeskreis der Reaper gehört, obwohl er gar kein C hinter dem M trägt.  Da kommt es den Reapern auf die Leute an, nicht auf deren Kutten. Logischerweise unternimmt der MC aber auch viele Dinge allein. So berichten alle mit leuchtenden Augen von der Jubiläumsfahrt nach Italien. Die Devil´s Reaper hatten sich Anfang Juni zehn Tage freigemacht, um miteinander ohne besonderes Ziel mal wieder fahren zu können.

Auch wenn nicht alle teilnehmen konnten, merkte die Truppe wieder der Spirit, der sich nur auf einer
solchen gemeinsamen Tour einstellt. 

Und selbst wenn Festus' HD schon nach 6,4 Kilometern die Tankhälften
von sich warf und in Venedig ganz gemäß dem Sprichwort endlich „starb“ die gegenseitige Hilfe und Kameradschaft kann auf Wochenendtouren oder bei gemeinsamer Anreise mit dem Auto nicht erreicht werden. Und wenn sich auch noch Unbekannte zeitweise gerne der Truppe anschließen, wie der Tätowierer Dimi aus Bochum und sein Kumpel, kann das
Bad-Boys-Image nicht Ziel der Reaper sein.

Ein fester Bestandteil der langen Clubgeschichte ist die jährliche, im Juni stattfindende Sommerparty, wie auch viele interne Reaper-Nights mit engeren Freunden und Familie auf dem Clubgelände, das seit Ende der 90ger zum Festen Bestandteil des Clubs gehört, auch wenn es nicht in Willich liegt….!
Einige der Bilder unserer Partys könnt Ihr Euch hier anschauen

 

Ausschnitte vom Text Wikinger BN10/01
Nach Interview mit Friedel vor und während der 20 Jahres Party vom 29.Juni - 01.Juli 2001

So Long,
der

 Devil´s Reaper MC 1981

Vorstand
0174 - 7743313 (Tom)

 

 

Secretary 
0171 - 5475061  (Michel)
Mail to Secretary

 

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Stand: 11. August 2011